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Krimi-Nacht mit Polizei
Lesung des Fördervereins der Gemeindebücherei auf Gut Bustedt VON THOMAS DOHNA
Hiddenhausen. Dunkel liegt die Burg im Nieselregen. In einem Raum beleuchtet eine Lampe einen Tisch. Mechtild Borrmann erzählt von einem Mann, der unter den Trümmern seines abgebrannten Hauses gefunden wird – mit einem kleinen Loch im Hinterkopf. Ihr Kollege Jürgen Siegmann lässt seinen Bielefelder Kommissar Florian Lippe eine Mädchenleiche unter einem Busch finden. Beide erzählen ihre Geschichten aus Anlass der 2. Hiddenhauser Krimi-Nacht auf Gut Bustedt.
Gut mit Zuhörern besetzt war der historische Raum des Gutes. Mit seinen Wandmalereien bot er das richtige Ambiente für die seltsamen Vorgänge am Niederrhein und am Bielefelder Siegfriedsplatz.
Nur einige recht kurze Abschnitte lasen die beiden Bielefelder Autoren aus ihren Krimis. Dennoch kam die jeweilige Atmosphäre der Geschichten gut zum Ausdruck. Jürgen Siegmann beschreibt den Siegfriedsplatz und die Handlungen seiner Personen genau. Bei Borrmann kommen die zwischenmenschlichen Töne gut heraus. Beide beschreiben nüchtern und ohne Schnörkel.
Dabei arbeiten Borrmann und Siegmann gänzlich verschieden. Siegmann fängt an zu schreiben, weiß das Thema und den Schluss. „Der Mittelteil ist mir am Anfang noch völlig unklar“, sagt er. Seine Personen bekommen erst ganz zum Schluss Namen. Die Rohfassung eines Buches überarbeitet er bis zu sieben Mal.
Borrmann geht sehr systematisch vor. Auf einer Wandtafel skizziert sie Handlung und Personen, dann beginnt sie zu schreiben. Irgendwann erreicht das Buch einen Umfang von etwa 800 Seiten. „Dann wird zusammen gedampft“, sagt sie, bis sie bei gut 200 Seiten gelandet ist. Bei ihr haben die Personen von Anfang an Namen, entwickeln sich aber gewöhnlich anders, als sie sich das an ihrer Wandtafel ausgedacht hat.
Von beiden Autoren waren die Zuhörer angetan und diskutierten bei Tomaten-(Blut-)suppe und Rotwein, die anschließend gereicht wurden, über die Bücher. Buchhändler Dirk Strehl meinte: „Die haben Qualität“.
Während drinnen über die gehörten Morde geredet wurde, ermittelte die Polizei draußen in der Dunkelheit. Die Lichtkegel von Taschenlampen huschten durch den Garten und über die Teiche des Gutes Bustedt. Was die Beamten suchten, lesen Sie unten.
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