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Alles für das Buch und die Gemeindebücherei

Wie der Förderverein der Bibliothek das Lesen fördert und warum er die 2. Hiddenhauser Krimi-Nacht auf Gut Bustedt veranstaltet
VON THOMAS DOHNA

Lippinghausen. Sie sind knapp 30 und wollen mehr werden. Ihnen geht es ums Buch, ums Lesen und um die Gemeindebücherei. Vorsitzende Karin Brings und ihre Bücherfreunde aus dem Förderverein der Gemeindebücherei veranstalten nicht nur deswegen die zweite Hiddenhauser Krimi-Nacht auf Gut Bustedt.

Seit ziemlich genau vier Jahren existiert der Förderverein. Seitdem haben dessen Mitglieder, zu denen auch Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer und dessen Stellvertreter, Erwin Steffen, gehören, Bücherbasare, Lesungen und Theateraufführungen für Kinder veranstaltet. Der Förderverein gibt Zuschüsse für neue Bücher und andere Medien, die die Gemeindebücherei ansonsten nicht anschaffen könnte, sowie für Veranstaltungen wie dem Sommerleseclub. Seit 2006 steht Katrin Brings als Nachfolgerin von Brigitta Lojo-Fabeiro dem Verein vor. Kerstin Krewer unterstützt sie als 2. Vorsitzende. Erwin Steffen ist der Kassierer, Doris Wendt Schriftführerin.

Die nächste Veranstaltung, die der Verein organisiert hat, ist die 2. Hiddenhauser Krimi-Nacht. Die Bielefelder Autoren Mechtild Borrmann und Jürgen Siegmann werden aus ihren neuesten Krimis lesen. In beiden Büchern gibt es mehrere Tote. Die Morde werden von Polizisten aufgeklärt. Damit enden aber schon die Gemeinsamkeiten. Borrmanns Geschichte spielt am Niederrhein, Siegmanns in Bielefeld. Die 2. Hiddenhauser Krimi-Nacht findet am Donnerstag, 30. Oktober, ab 20 Uhr, auf Gut Bustedt statt.

Die zweite Hiddenhausener Kriminacht am 30.10.08 war ein Erfolg.

Das Organisationsteam konnte 40 Besucherinnen und Besucher auf Gut Bustedt begrüßen. In den historischen Räumen der Wasserburg fühlten sie sich wohl und lauschten den Lesungen der beiden Autoren. Zu Gast waren Mechthild Borrmann und Jürgen Siegmann. Nach der Lesung traf man sich mit den Autoren in einem weiteren historischen Raum und genoß ein Glas Rotwein und/oder die “Blutsuppe”. Fragen an die Autoren wurden umgehend beantwortet und selbstverständlich wurden die Bücher persönlich signiert. Währenddessen fand direkt vor dem Fenster ein Polizeieinsatz statt. Ein versenktes Auto wurde im Burggraben entdeckt. Befand sich darin auch eine Leiche, wie zuvor bei der Lesung?

Näheres erfahren Sie am Ende des Presseberichtes:

NW Neue Westfälische v. 01.11.08:

Krimi-Nacht mit Polizei

Lesung des Fördervereins der Gemeindebücherei auf Gut Bustedt
VON THOMAS DOHNA

Hiddenhausen. Dunkel liegt die Burg im Nieselregen. In einem Raum beleuchtet eine Lampe einen Tisch. Mechtild Borrmann erzählt von einem Mann, der unter den Trümmern seines abgebrannten Hauses gefunden wird – mit einem kleinen Loch im Hinterkopf. Ihr Kollege Jürgen Siegmann lässt seinen Bielefelder Kommissar Florian Lippe eine Mädchenleiche unter einem Busch finden. Beide erzählen ihre Geschichten aus Anlass der 2. Hiddenhauser Krimi-Nacht auf Gut Bustedt.

Gut mit Zuhörern besetzt war der historische Raum des Gutes. Mit seinen Wandmalereien bot er das richtige Ambiente für die seltsamen Vorgänge am Niederrhein und am Bielefelder Siegfriedsplatz.

Nur einige recht kurze Abschnitte lasen die beiden Bielefelder Autoren aus ihren Krimis. Dennoch kam die jeweilige Atmosphäre der Geschichten gut zum Ausdruck. Jürgen Siegmann beschreibt den Siegfriedsplatz und die Handlungen seiner Personen genau. Bei Borrmann kommen die zwischenmenschlichen Töne gut heraus. Beide beschreiben nüchtern und ohne Schnörkel.

Dabei arbeiten Borrmann und Siegmann gänzlich verschieden. Siegmann fängt an zu schreiben, weiß das Thema und den Schluss. „Der Mittelteil ist mir am Anfang noch völlig unklar“, sagt er. Seine Personen bekommen erst ganz zum Schluss Namen. Die Rohfassung eines Buches überarbeitet er bis zu sieben Mal.

Borrmann geht sehr systematisch vor. Auf einer Wandtafel skizziert sie Handlung und Personen, dann beginnt sie zu schreiben. Irgendwann erreicht das Buch einen Umfang von etwa 800 Seiten. „Dann wird zusammen gedampft“, sagt sie, bis sie bei gut 200 Seiten gelandet ist. Bei ihr haben die Personen von Anfang an Namen, entwickeln sich aber gewöhnlich anders, als sie sich das an ihrer Wandtafel ausgedacht hat.

Von beiden Autoren waren die Zuhörer angetan und diskutierten bei Tomaten-(Blut-)suppe und Rotwein, die anschließend gereicht wurden, über die Bücher. Buchhändler Dirk Strehl meinte: „Die haben Qualität“.

Während drinnen über die gehörten Morde geredet wurde, ermittelte die Polizei draußen in der Dunkelheit. Die Lichtkegel von Taschenlampen huschten durch den Garten und über die Teiche des Gutes Bustedt. Was die Beamten suchten, lesen Sie unten.

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Antworten: Jürgen Siegmann und Mechtild Borrmann lasen bei schummrigem Licht im historischen Raum des Gutes Bustedt aus ihren Krimis und stellten sich im Anschluss den Fragen der Zuhörer.
FOTO:DOHNA

Westfalen-Blatt

Schloss wird Tatort einer Krimi-Lesung
Bielefelder Autoren zu Gast auf Gut Bustedt

Herford (wst). Dunkelheit umgibt das alte Schloss. Spärlich beleuchten einige Laternen die Zufahrt zu dem alten Gemäuer. Nur das leichte Prasseln des Regens und der Ruf eines Nachtvogels sind zu hören. Alle Zutaten sind gegeben, um Gut Bustedt zum Schauplatz eines Verbrechens zu machen. Oder zumindest einer Krimi-Lesung. Das hatte auch der Förderverein der Gemeindebücherei Hiddenhausen gedacht und die Bielefelder Autoren Mechthild Borrmann und Jürgen Siegmann eingeladen, aus ihren neuen Kriminalromanen vorzulesen. In ihre alte Heimat, an den Niederrhein, hatte die Schriftstellerin die Handlung ihres Buches »Morgen ist der Tag nach gestern« verlegt. Im Mittelpunkt steht der Mord an einem Mann, der am Anfang der Ermittlungen als Opfer eines Racheaktes erscheint. Doch »meistens kommt es anders, als man denkt«, schloss die Autorin.

Nach Bielefeld entführt Jürgen Siegmann die Leser seines Romans »Am Abgrund«. Dort sind ebenfalls Schülerinnen spurlos verschwunden und die Ermittlungen der Polizei bringen keine Ergebnisse. Daraufhin bildet sich eine Bürgerwehr, die das Recht in ihre Hand nimmt.
Anschließend gaben die Autoren Einblick in ihre Arbeitsweise, die sich als recht unterschiedlich erwies. Das Schreiben bezeichneten aber beide Autoren als ihre große Leidenschaft.

Polizeieinsatz während der Krimi-Lesung

Auto in einen Teich gefahren
Polizei suchte Gelände des Gutes Bustedt nach Spuren ab

Hiddenhausen. Eine nicht gewöhnliche Unfallaufnahme hatten Polizisten am Donnerstagabend zu bewältigen. Nach einem Verkehrsunfall an der Ecke der Löhner Straße / Meisterstraße, bei dem ein Peugeot von einem zunächst Unbekannten gegen einen VW gesteuert wurde, flüchteten die Unbekannten von der Unfallstelle. Um sich zu tarnen, hatten sie das Licht ihres Autos ausgeschaltet.

Zeugen gaben aber unabhängig voneinander wichtige Hinweise. Die Ermittlungen der Beamten verliefen dennoch zunächst schleppend. Den Halter des Autos trafen sie zuhause nicht an.

Die Beamten ermittelten weiter, fanden den Unfallfahrer und klärten den Unfallhergang sowie die nachfolgende Flucht auf. Danach war der 20-jährige Herforder mit seinem Peugeot in den Kreisverkehr gefahren und gegen den VW einer 60-jährigen Detmolderin gefahren. Da die drei jungen Männer vor der Fahrt Alkohol getrunken hatten und offensichtlich befürchteten, dass ihnen das zum Nachteil gereichen würde, entschlossen sie sich, von der Unfallstelle zu flüchten.

Am Gut Bustedt wollten die jungen Männer ihr Auto begutachten. Bei dem Versuch, das Fahrzeug anders hinzustellen, landete der Peugeot im Zulauf eines kleinen Teiches. Ein Abschleppdienst barg das Fahrzeug. Die Polizei stellte es sicher. Dem 20-jährigen Fahrer ließen die Polizisten eine Blutprobe entnehmen, seinen Führerschein nahmen sie an sich. Allein der Schaden am Pkw der Detmolderin schätzt die Polizei auf etwa 1.500 Euro.

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